Montag, 1. Mai 2017

Fans unter sich - Ein Tag auf der MagicCon 2017

Ein Tag auf der MagicCon 2017
Vom 21. bis zum 23. April fand in Bonn die MagicCon statt. Jessi und Katrin waren am Samstag vor Ort und schildern hier ihre Eindrücke. 


"Molly. Moriarty. Du. Ich?" - diese Nachricht schickte ich Jessi Ende März. Ich konnte es kaum glauben: Die Schauspieler Louise Brealey und Andrew Scott, den meisten besser bekannt als "Dr. Molly Hooper" und "Jim Moriarty" in der BBC-Serie "Sherlock", hatten bei einer DEUTSCHEN Veranstaltung zugesagt - der MagicCon in Bonn. Eine "Convention" (kurz: Con) ist übrigens eine Versammlung von Menschen, die das gleiche Hobby oder ähnliche Interessen teilen.

Sind mir 50€ zu viel, um auf eine Con zu gehen? Generell habe ich kein Problem damit Leute aus der Ferne gut zu finden und möchte meine Lieblingsschauspieler nicht unbedingt kennen lernen. Andererseits habe ich Berichte von Cons gelesen und Videos von den coolen Panels gesehen, sodass ich mir einen Ruck gab und mitkam.

Aus zwei mach eins

Nächstes Jahr findet die 2. MagicCon statt - wieder in Bonn
Foto: Katrin Mertens
2017 wurden zwei bereits existierende Conventions, die RingCon und die HobbitCon, zusammengelegt und zur ersten MagicCon ernannt. Als Stargäste waren neben Brealey und Scott unter anderem Ian Somerhalder (Vampire Diaries, Lost), Tom Wlaschiha (Game of Thrones, Tatort) und Emilie de Ravin (Once Upon A Time, Remember Me) nach Bonn gekommen. Weiterhin standen an den drei Convention-Tagen zahlreiche Workshops und Panels auf dem Programm.

Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und machten uns am Samstagmorgen um 7 Uhr auf den Weg nach Bonn. Für Jessi war es die erste Con, für mich die zweite. Da ich bei meinem ersten Besuch allerdings als Videojournalistin professionell unterwegs war, hatte ich vom Con-Feeling nicht viel mitbekommen. Wir entschieden uns als Einsteiger nur für ein Tagesticket, da Samstag sowieso alle Programmpunkte stattfanden, die uns interessierten. Zum Beispiel das Panel mit Louise Brealey.

What it was like to kiss Benedict Cumberbatch

Panel mit Louise Brealey - Wer findet den Fehler?
Foto: Katrin Mertens
Wer ein sachliches Frage-Antwort-Spiel erwartete, der war beim ersten Panel des Tages definitiv falsch. Dass gleich die erste Publikumsfrage tief philosophisch und interpretativ war ("What is your life philosophy and what is Molly's?"), warf Brealey aus dem Konzept: "I thought you would ask me what it was like to kiss Benedict Cumberbatch." Überraschenderweise stellte im Laufe des Panels niemand diese Frage - genauso wenig wie: "Kommt eine fünfte "Sherlock"-Staffel?" Das Publikum wählte kreative Fragen und wurde mit witzigen, teils nicht ganz jugendfreien Antworten belohnt. Leider dauerten einige Promi-Panels nur 45 Minuten, was definitiv zu wenig war.

Eine Sache, die mir sehr positiv bei der Con aufgefallen ist, waren die meist sehr anständigen und respektvollen Fragen der Fans. Nachdem ich mich bei Videos von Panels manchmal schlimm fremdschämen musste, gab es bei dieser Convention kaum unangenehme Fragen, weder nach privaten Partnern noch nach dem Liebesleben der gut aussehenden Schauspielkollegen.

Abgesehen von denen der Stargäste, gab es auch noch generelle Vorträge, zum Beispiel zu den Special Effects in bestimmten Serien. Auch wenn ich "Game of Thrones" nicht verfolge, fand ich es sehr spannend zu sehen wie die Drachen animiert werden. Generell haben mich alle Panels unterhalten, auch wenn ich den prominenten Redner oder das vorgestellte Projekt nicht kannte. Der Tagesablauf und die Zeiteinteilung waren jedoch nicht ganz ideal. So fanden beispielsweise die beiden Special-Effects-Präsentationen direkt nacheinander statt und viele Workshops starteten so, dass sie zeitlich gleich in mehrere Panels hineinragten. Aus diesem Grund entschieden wir uns gegen die Teilnahme an einem Workshop und blieben die meiste Zeit des Tages im Hauptsaal, wo die Panels stattfanden. Als großes Highlight entpuppte sich dabei MoC (Master of Ceremonies) Mark Ferguson, der gut gelaunt, witzig und originell moderierte. 

Fotos am Fließband

Am späten Nachmittag sah sich Jessi die Panels von Tom Wlaschiha und den "Hobbit"-Schauspielern Adam Brown und Dean O'Gorman an, während ich mich zu einem Fotoshooting wagte. Die Reihe wartender Fans wanderte überraschend schnell vorwärts. Als ich den Anfang der Schlange erreichte, wusste ich auch wieso: Person A schnappte sich von links meine Tasche. Person B zog mich nach vorne und schubste mich auf Louise Brealey zu, die mich entschuldigend ansah. Drei Sekunden Countdown. Foto. Person A gab mir meine Tasche zurück und deutete in Richtung der Drucker. Vom Betreten des Fotostudios bis zum Erhalten des Bildes dauerte es maximal eine Minute. Positiv: Das Anstehen dauerte nicht lange und viele Fans bekamen ein Foto. Die meisten hätten wohl lieber eine längere Wartezeit in Anspruch genommen, um dafür ein bisschen weniger gehetzt auf den Fotos auszusehen. Aber hey, so wirken die Bilder authentischer. ;)

Tom Wlaschiha – mir nicht bekannt, aber sehr unterhaltsam

Moderator Mark Ferguson (l.) und Tom Wlaschiha 
Foto: Jessi Buck
Dean O'Gorman beantwortet die Fragen der Fans
Foto: Jessi Buck
Nachdem Katrin gegangen war, saß ich allein in der Menge. Morgens war ich überrascht, dass es nicht so voll war, wie ich es erwartet hatte. Im Laufe des Tages änderte sich das aber. Alle Leute waren nun in einem Saal, zumindest gefühlt. Ich hatte "Game of Thrones" in 2012 mal angefangen, kam aber nie über die erste Staffel hinaus, deshalb kannte ich Tom Wlaschiha nicht. Eigentlich blieb ich nur im Saal sitzen, um meinen guten Platz für das nächste Panel zu behalten. Es war eine gute Entscheidung. Ich weiß immer noch nicht, wen er in GoT spielt, trotzdem war sein Panel für mich eines der lustigsten und unterhaltsamsten an diesem Tag. Daher mein Tipp: Seid offen für Neues und guckt euch auch Sachen an, die ihr noch nicht kennt.  Er erzählte sehr interessante Geschichten und beantwortete die Fragen der neugierigen Fans.

Mein persönliches Highlight und einer der Gründe warum ich überhaupt gekommen war, waren Adam Brown und Dean O'Gorman. Als großer „Herr der Ringe“ und „Hobbit“ Fan, hatte ich alle Teile der Anhänge gesehen. Außerdem habe ich Videos von anderen Cons gesehen und war ich mir sicher, dass die beiden Schauspieler lustig sein werden. Sie haben mich nicht enttäuscht. Locker erzählten sie Geschichten vom Set und aus ihrem privaten Leben.

Nächstes Jahr wieder?

Der Tag auf der MagicCon ist durch die Panels mit interessanten und witzigen Leuten schnell vergangen. Auch in den Pausen war uns nie langweilig, weil es überall etwas zu gucken gab - Cosplayer in tollen Kostümen; Prominente, die ungezwungen durch die Menge schlenderten; der Tanzworkshop während der Mittagspause...
Die Termine für die zweite MagicCon stehen schon fest. Wir halten sie uns vorsichtshalber frei und hoffen auch im nächsten Jahr auf spannende, redselige Gäste und Mark Ferguson als MoC. Dann hoffentlich mit flexiblerem Programm, sodass wir auch an Workshops teilnehmen können.


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