Sonntag, 14. Januar 2018

Blindspot: Staffel 3, Folge 9 - Kurzrezension [D/E]

The following review of the "Blindspot" episode "Hot Burning Flames" (S03E09) is also available in English. Please scroll down for the English version.

Deutsch


- Der folgende Text enthält Spoiler -

Worum geht es?

Ein Tag ist seit den Ereignissen der letzten Folge "City Folk Under Wraps" vergangen. FBI Assistant Director Edgar Reade (Rob Brown), Tasha Zapata (Audrey Esparza) und Patterson (Ashley Johnson, Spooked) überlegen, wie sie den Drahtzieher hinter ihrer ehemaligen Chefin Eleanor Hirst (Mary Stuart Masterson) zu Fall bringen können. Jane Doe (Jaimie Alexander) muss währenddessen verarbeiten, dass ihr Ehemann Kurt Weller (Sullivan Stapleton) ihre Tochter Avery (Kristina Reyes) erschossen hat. Ein neues Tattoo führt Reade und Zapata zu einem geheimen Regierungslager, aus dem zwei Atombomben gestohlen wurden. Das Team muss sie so schnell wie möglich finden, da die Zündung innerhalb der nächsten 24 Stunden erfolgen wird.

Meine Meinung in drei Punkten

1. Der melodramatische Konflikt zwischen Jane und Weller

Weller entschärft lieber Bomben als zu reden
Foto: NBC
In meiner vorherigen Rezension habe ich bereits beklagt, dass alle "spannenden Twists" in "Blindspot" schon mehrere Wochen vorher offensichtlich sind. Wie ich und gefühlt 90 Prozent der Social Media User schon vermutet haben, ist Janes Tochter Avery nicht tot. In Rückblenden erfährt der Zuschauer, wie Kurt sie in Berlin getötet hat (Für die deutschen Charaktere wurden leider keine deutschen Schauspieler gecastet, was am holprigen Satzbau und der seltsamen Aussprache deutlich zu hören ist.). Am Ende der Folge ist sie jedoch quicklebendig. Jane und Weller wissen das jedoch nicht. In einer schier endlosen Sequenz, die hektisch zwischen der Gegenwart und seinem Aufenthalt in Berlin hin und her springt, offenbart Kurt seiner Frau, wie ihre Tochter gestorben ist. Jane reagiert zum Glück angemessen und konfrontiert ihn damit, dass er die Wahrheit nicht vertuscht habe, um sie zu schützen, sondern sich selbst. Das wäre ein guter Aufhänger, um die toxische Beziehung zu beenden - doch sobald Avery wieder da ist, werden sich alle Probleme hundertprozentig in Luft auflösen, obwohl bei den beiden noch vieles falsch läuft und sie keinerlei Chemie haben. Immerhin ist es das erste Mal, dass mich Sullivan Stapleton schauspielerisch überzeugen konnte. In den vorherigen 53 Folgen hatte er praktisch nur einen Gesichtsausdruck und wirkte immer sehr steif. In dieser Szene taut er auf und zeigt seinen sonst eher einseitigen, groben Charakter sehr verletzlich. Dennoch haben mich Kurts und Janes Krokodilstränen nicht ansatzweise berührt - was vor allem daran liegt, dass ich zu keinem Zeitpunkt geglaubt habe, dass Avery tatsächlich tot ist. So schien die ganze Sequenz völlig unnötig und einfach nur dem Zweck zu dienen, wieder einmal Zwietracht im Team zu säen, nachdem die fünf im Herbstfinale Hand in Hand zusammengearbeitet hatten. Denn leider bleibt Janes und Kurts Konflikt nicht privat. Die beiden erscheinen einfach nicht zur Arbeit, ohne sich bei ihren Kollegen zu melden. Das ist eine sehr dumme Aktion, nachdem es nun schon mehrfach vorgekommen ist, dass FBI-Agenten zu Hause entführt oder getötet wurden. Kein Wunder also, dass Reade ein Team zur Weller-Wohnung schickt. Daraufhin entscheiden sich Jane und Kurt doch zu arbeiten, nur um sich bei ihrer Mission unprofessionell zu verhalten und die ganze Zeit kindisch anzugiften. Bei dieser nervigen Nebenhandlung hat mir nur eine Szene gefallen: Auf dem Weg zu einem Einsatz berichtet Kurt Reade im trockenen Tonfall, dass seine Frau sauer auf ihn sei, weil er ihre Tochter getötet habe. Der Blick seines Mitfahrers ist wirklich amüsant - genau wie Zapatas, die von Jane zeitgleich dasselbe erfährt. Ja, die Probleme dieses Teams sind nicht alltäglich...

2. Eine Bombenattacke verhindern - mal wieder!

Durch das ganze Drama zwischen Weller und Jane wird der Fall der Woche zu einer Randnotiz. Terroristin Lana (Julia Crockett) hat der Defense Intelligence Agency (DIA) zwei Atombomben gestohlen und benutzt sie als Druckmittel gegen FBI, CIA und US-Regierung. Ihre Forderungen: Alle amerikanischen Truppen sollen aus der Türkei abgezogen werden und die CIA muss ihren Bruder Anton freilassen. Lana wirkt wie aus einem Setzkasten für Bösewichte zusammengebastelt: Osteuropäerin, blond, böses Lachen, skrupellos und ein undurchsichtiger Plan. Es wird beispielsweise nicht klar, was Lana mit der Türkei verbindet und wieso sie ihren Bruder freipressen will, obwohl sie weiß, dass er tot ist (CIA-Direktor Jake Keaton (Chad Donella): "His heart gave out during an interrogation."). Die Antagonistin ist genauso austauschbar wie der Plan selbst - kaum eine "Blindspot"-Folge vergeht, in der das Team nicht die Detonation einer Bombe in New York verhindern muss. Immerhin gibt es am Ende einen kreativen Twist: Das Entschärfen ist in diesem Fall deutlich leichter als sonst (DIA-Chef Dave Kirkpatrick (Peter Oldring): "Hit the disarm button."), allerdings muss Weller dafür aus einem Flugzeug springen. Natürlich ist es völlig unrealistisch, dass er einen passenden Fallschirm findet, auch noch weiß, wie er ihn bedienen muss und die Bombe zufällig genau in den Hudson River fällt. Die Action in der Luft sieht jedoch ziemlich cool aus und ist eine interessante Abwechslung zum häufig vorkommenden "Welchen-Draht-sollen-wir-durchschneiden?". Ein Highlight ist definitiv DIA-Chef Dave Kirkpatrick, der die sonst eher lahme Folge durch seinen überschwänglichen Enthusiasmus und seine witzigen Sprüche aufmuntert (Kirkpatrick: "Well here's hoping you guys are around the next time something like this happens." Weller: "What do you mean 'next time'?" Kirkpatrick: "It's not the first time the Department of Energy has misplaced a nuke and I can promise you, it won't be the last.")

3. FBI und CIA gegen den neuen Super-Bösewicht

Die Stimmung im Team ist mal wieder angespannt 
Foto: NBC
Im Herbstfinale konnte das Team FBI-Direktorin Hirst aus dem Verkehr ziehen, doch auch sie war nur Marionette eines mächtigeren Hintermanns. Dessen Identität haben Patterson und Zapata zu Beginn von "Hot Burning Flames" bereits aufgedeckt - da weniger als 24 Stunden seit Hirsts Festnahme vergangen sind, kann das ja nicht wirklich schwer gewesen sein. Wie der Zuschauer bereits seit letzter Folge weiß, handelt es sich dabei um Hank Crawford (David Morse), dessen Tochter Blake (Tori Anderson) seit einigen Folgen von Roman (Luke Mitchell) bezirzt wird. Zapata und ihr Chef Keaton wollen Crawford gründlich organisiert zu Fall bringen, während Reade kurzen Prozess machen möchte. Diese Unstimmigkeit wird leider nur knapp thematisiert, da das Jeller-Drama und der Fall die meiste Sendezeit einnehmen, doch in Zukunft wird sie wohl eine größere Rolle spielen. Am Ende der Folge sichert Tasha Keaton zu, sie sei auf seiner Seite und überredet Reade, dem Plan der CIA zuzustimmen (Zapata: "Do you trust me?" Reade: "With my life."). Ich freue mich auf diesen vorprogrammierten Gewissenskonflikt, da die Drehbuchautoren ursprünglich geplant hatten, Zapata zum Sandstorm-Maulwurf in der zweiten Staffel zu machen. Vielleicht bekommt sie ja doch noch eine "böse" Seite. Außerdem mag ich Keaton mittlerweile gerne. Er ist zwar skrupellos, aber dennoch eine große Hilfe für das Team, weil er deutlich rationaler denkt als die fünf Protagonisten. Diese Nebengeschichte kann jedenfalls nur besser werden als die Melodramatik zwischen Weller und Jane. 

Fazit

Nach zwei wirklich guten Folgen ist "Hot Burning Flames" leider eher unterdurchschnittlich. Der Fall der Woche ist solide und wird durch einen ungewöhnlichen Showdown und einen witzigen Episodencharakter aufgepeppt. Die Nebenhandlung um Zapatas Loyalität gegenüber ihrem neuen Arbeitgeber und ihren alten Freunden ist vielversprechend, wird in dieser Folge jedoch nur oberflächlich behandelt. Viel zu viel Sendezeit widmet sich hingegen dem Konflikt zwischen Jane und Weller. Da der Ausgang der Geschichte von Anfang an klar ist, berühren die Emotionen der Charaktere nicht. Die dazugehörigen Rückblicke sind sehr langatmig, sodass trotz Bombendrohung in der Folge keine Spannung aufkommt.


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English


- The following text contains spoilers -

What was it about?

The current episode is set one day after the fall finale "City Folk Under Wraps". FBI Assistant Director Edgar Reade (Rob Brown), Tasha Zapata (Audrey Esparza) and Patterson (Ashley Johnson, Spooked) are thinking of a plan to bring down the mastermind behind their former boss Eleanor Hirst (Mary Stuart Masterson). In the meantime Jane Doe (Jaimie Alexander) has to process that her husband Kurt Weller (Sullivan Stapleton) killed her daughter Avery (Kristina Reyes). A new tattoo leads Reade and Zapata to a secret government warehouse where two nuclear bombs have been stolen. The team has to be quick, because they're going to be launched within the next 24 hours.

My opinion in three points

1. The melodramatic conflict between Jane and Weller

Weller likes defusing bombs more than talking
Photo: NBC
In my last review I already talked about how "Blindspot's" "surprising twists" are always predictable weeks earlier. Like I and about 90 percent of social media users assumed correctly, Jane's daughter Avery is not dead. Through flashbacks the viewer learns how Kurt killed her in Berlin (Sadly they didn't cast German actors to play the German characters, which is pretty obvious due to the odd sentence structure and the mispronunciation.). At the end of the episode it turns out she is very much alive. But Jane and Weller don't know that. Kurt tells his wife how her daugther died during a sheer endless sequence, which frantically switches between the present and his stay in Berlin. Thankfully Jane reacts appropriately and confronts him with the fact he didn't keep that secret in order to protect her, but to protect himself. This would be the perfect time to end the toxic relationship - but as soon as Avery is back all problems will probably vanish into thin air, even though there's a lot going wrong between the two and they have zero chemistry. At least this is the first time I thought Sullivan Stapleton's acting was convincing. During the past 53 episodes he basically only had one facial expression and always appeared to be very stiff. In this scene he relaxes a bit and shows a more vulnerable side of his otherwise very one-dimensional and crude character. Still Kurt's and Jane's crocodile tears didn't touch me at all - the main reason is because I never believed Avery was actually dead. Therefore the entire sequence was unnecessary and its only purpose seemed to be breeding discord between the team after the five protagonists worked hand in hand during the fall finale. Because sadly Jane's and Weller's conflict doesn't stay privately. They don't show up for work, without telling their colleagues. That is incredibly dumb considering quite a few FBI agents have been kidnapped or killed at home. Unsurprisingly, Reade sends a team to the Weller apartment. As a result Jane and Kurt decide to go to work after all, only to act unprofessionally during an operation and behave childishly the entire time. There was only one scene I liked about that annoying subplot: On their way to a mission Kurt tells Reade dryly that his wife is angry at him, because he killed her daughter. The look on his car passenger's face is very funny - just like Zapata's who was told the same story by Jane. Yes, the team's problems are special...

2. Stop a bomb explosion - again!

Due to the drama between Jane and Weller the case of the week becomes a marginal note. Terrorist Lana (Julia Crockett) stole two nuclear bombs from the Defense Intelligence Agency (DIA) and uses them as leverage against FBI, CIA and US government. Her demands: All American troops have to be withdrawn from Turkey and the CIA has to release her brother Anton. Lana is a very stereotypical villain: East European, blonde, evil laugh, ruthless and obscure plan. For example it doesn't become clear what Lana has to do with Turkey and why she wants to obtain her brother's release even though she knows he's dead (CIA Director Jake Keaton (Chad Donella): "His heart gave out during an interrogation."). The plan is just as replaceable as the antagonist - there's almost no "Blindspot" episode in which the team doesn't have to stop a bomb explosion in New York. At least there's a creative twist in the end: The defusing is much easier than usual (DIA boss Dave Kirkpatrick (Peter Oldring): "Hit the disarm button."), but Weller has to jump out of a plane to do it. Of course it's totally unrealistic he found a suitable parachute, knows how to use it and that the bomb coincidentally fell into the Hudson River. However the air action looks pretty cool and it's a nice change to see something else than "What-wire-should-we-cut?". DIA boss Dave Kirkpatrick is definitely a great guest character, because he lightens up the pretty lame case with his exuberant enthusiasm and funny lines (Kirkpatrick: "Well here's hoping you guys are around the next time something like this happens." Weller: "What do you mean 'next time'?" Kirkpatrick: "It's not the first time the Department of Energy has misplaced a nuke and I can promise you, it won't be the last.").

3. FBI and CIA against the new mastermind

The team's mood is pretty tense again 
Photo: NBC
During the fall finale the team managed to take down FBI Director Hirst, but she turned out to be a puppet of someone way more powerful. At the beginning of "Hot Burning Flames" Patterson and Zapata have already uncovered his identity - that was apparently pretty easy considering not even 24 hours have passed since Hirst's arrest. The viewer already learned in the last episode that the mastermind is Hank Crawford (David Morse) whose daughter Blake (Tori Anderson) is currently dating Roman (Luke Mitchell). Zapata and her boss Keaton want to slowly take down Crawford while Reade is planning to strike as soon as possible. Sadly this disagreement is just addressed briefly as most of the running time is filled with Jeller drama and the case of the week, but it's likely to play a bigger role in the future. At the end of the episode Tasha assures Keaton that she is on his side and convinces Reade to agree with the CIA's plan (Zapata: "Do you trust me?" Reade: "With my life."). I'm looking forward to this inevitable moral conflict, because originally the writers planned to make Zapata the "Sandstorm" mole in the second season. Maybe she will get a "bad side" after all. Meanwhile I started to like Keaton. He's unscrupulous, but a great help for the team and he thinks a lot more rationally than the five protagonists. This subplot can only be better than the melodramatics between Weller and Jane.

Conclusion

The last two episodes were really good. Unfortunately "Hot Burning Flames" is rather below average. The case of the week is okay and pepped up by an extraordinary showdown and a funny guest character. The subplot about Zapata's allegiance to her new employer and her old friends is promising, but only briefly mentioned in this episode. Way too much running time is spend on the conflict between Jane and Weller. The characters' emotions are not touching, because it's obvious from the beginning how the story is going to end. The corresponding flashbacks are very lengthy resulting in no suspension during the entire episode, despite the bomb threat.


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